Die Transformation des Roger K.

Posted on März 16, 2010 von

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„Der Unschweizer“ titelt „Der Spiegel“ in der gestrigen Ausgabe. Gemeint ist Roger Köppel, nationaler Nationalkonservativer und Weltwoche-Verleger. Das Portrait ist schlicht geschrieben, befriedigt Kritikerinnen und Verehrer. Es lässt den Leser erahnen: Köppel war nicht immer Köppel. Der Verleger wurde geläutert, wandelte sich vom Saulus zum Paulus. Oder umgekehrt?

Der Spiegel 11/2010

Köppel war früher einmal ein linksliberaler Journalist. Zunächst arbeitete er bei der „NZZ“, unter anderem als Sportredaktor. Nach sieben Jahre verliess er die alte Dame für eine Jüngere: den „Tages-Anzeiger“. Dort war Köppel erst Kulturredaktor, später Chefredaktor der Wochenendbeilage „Das Magazin“. Und dann? Dann traf er den Mann, der sein Leben verändern sollte.

Statt den geplanten 30 Minuten dauerte das Interview drei Stunden. Und dennoch hatte Roger Köppel immer noch Fragen an Christoph Blocher. Er wollte ihn wieder treffen, über ihn schreiben, positiv. Seit dem ersten Treffen verehrt der Journalist den Politiker. Er bewundert ihn für seine politische Weitsicht und sein unternehmerisches Talent.  Er sagt: „Nehmen wir an, wir sässen mit Blocher in einem Raum und müssten eine Aufgabe lösen. Ich garantiere Ihnen, egal, was diese Aufgabe ist, wir würden sie zuerst immer Blocher zu lösen geben“. Auch beim Jenga spielen?

Aber warum diese ungefilterte Liebe zum Altmeister und Altbundesrat aus Herrliberg? Köppel antwortet mit einem Vergleich: „Es hat keinen Sinn Maradona schlechtzuschreiben er bleibt trotzdem der überragende Fussballspieler unserer Generation“.

Seit der Transformation des Roger K. sind nun zehn Jahre vergangen. Köppel kaufte „Die Weltwoche“ und führt sie auf einen prononciert rechtskonservativen Kurs. Einige Linke werden sich fragen: Wieso konnte Köppel an diesem verhängnisvollen Frühlingstag im Jahr 2000 nicht Helmut Hubacher interviewen?

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