Lohnschere öffne dich – trotz Krise nichts gelernt?

Posted on Juni 22, 2010 von

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«Die Manager bleiben sich treu, der Lerneffekt der Krise ist gleich null» fasst Travailsuisse-Präsident Martin Flügel das Ergebnis der Managerlohnstudie vom Arbeitnehmerverband Travailsuisse zusammen.

Zum sechsten Mal in Folge hat Travailsuisse die Löhne der Topmanager in 27 Schweizer Firmen untersucht. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Trotz Rezession hat sich die Lohnschere (Verhältnis Tiefstlohn zum durchschnittlichen Lohn eines Konzernleitungsmitglieds) im letzten Jahr um rund 18 Prozent geöffnet, in den sieben Jahren seit 2002 gar um rund 70 Prozent. In 13 der 27 untersuchten Firmen stiegen im 2009 die Durchschnittslöhne für die Spitzenmanager stärker als die Tiefstlöhne.

Quelle: travailsuisse.ch

Im Zuge der Finanzkrise ist zwar auch in verschiedenen Unternehmen eine Annäherung von Höchst- und Tiefstlöhnen zu konstatieren, so sanken etwa bei ABB und Swiss Life die Boni, bei Lonza wurde das Aktienpaket verkleinert und bei der Swatch sanken nebst den Boni auch die Basissaläre. Diese Entwicklung ist aber grundsätzlich auf die schwierige wirtschaftliche Lage und kaum auf  ein Umdenken in den Konzernen zurückzuführen.

Die Lohnschere 2009, der Preis für das stärkste Lohngefälle innerhalb eines Unternehmens geht für das Jahr 2009 an die UBS. Während der Lohnunterschied zwischen der höchsten und untersten Gehaltsstufe im Verhältnis 1 zu 51 stand, stieg es im Jahre 2009 auf ein Verhältnis von 1 zu 190. Ein Konzernleitungsmitglied der Grossbank UBS hat 2009 durchschnittlich 227 Mal so viel verdient, wie ein UBS-Mitarbeiter mit Tiefstlohn. Die Lohnschere hat sich damit bei der UBS so stark geöffnet wie bei keinem anderen untersuchten Schweizer Unternehmen. Dies erscheint befremdend, wenn man bedenkt, dass unlängst für ebendiese Bank, wie bei keinem anderen Schweizer Unternhemnen, ein staatliches Rettungspaket geschnürt wurde.

Die höchste Vergütung erhielt gemäss Travailsuisse Credit Suisse Chef Brady Dougan. Mit seinem 90 Mio. Franken Gehalt verdiente er 1812 Mal mehr als diejenige Credit Suisse Angestellte mit dem tiefsten Lohn. Der Zweitplatzierte, Daniel Vasella verdient mit seinen 43 Mio. Franken noch das 752-fache vom Schlechtestverdiener bei Novartis.

Quelle: travailsuisse.ch

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