Das Quiz zur Abstimmungsbibel

Posted on April 21, 2011 von

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Die folgenden Fragen sind nur für hartgesottene Demokratinnen und Demokraten:

1. Im Jahr 1895 hat das Schweizer Stimmvolk über die staatliche Monopolisierung von a), b) oder c) abgestimmt?

a) Zündhölzchen

b) Kerzen

c)Brennsprit

2. Für welche Volksinitiative, über die das Schweizer Volk abgestimmt hat, wurden am schnellsten (innerhalb von 34 Tagen)  die  erforderlichen 100’000 Unterschriften gesammelt (reguläre Frist 18 Monate)l?

a) Volksinitiative «für eine Schweiz ohne neue Kampfflugzeuge» (06.06.1993)

b) Volksinitiative «für tiefere Arzneimittelpreise» (04.03.2001)

c) Volksinitiative «für die Unverjährbarkeit pornografischer Straftaten an Kindern» (30.11.2008)

d) Volksinitiative «Stopp dem Atomkraftwerkbau (Moratorium)» (23.09.1990)

3. Von welcher Partei wurde die Eidgenössische Volksinitiative «für einen arbeitsfreien Bundesfeiertag (1. August-Initiative)» lanciert:

a) Christlichdemokratische Volkspartei (CVP)

b) Schweizerische Volkspartei (SVP)

c) Sozialdemokratische Partei (SP)

d) Schweizer Demokraten (SD)

4. Welches Verbot hat das Schweizervolk mit der allerersten Volksinitiatve in der Geschichte der Volksrechte angenommen? 

a) Absinthverbot

b) Verbot der Freimaurerei

c) Schächtverbot

d) Verbot der Errichtung von Spielbanken

5. Welche der folgenden Vorlage scheiterte sowohl am Volksmehr wie auch am Ständemehr?

a) Bundesbeschluss über die Revision der Bürgerrechtsregelung in der Bundesverfassung (Erleichterte Einbürgerung für junge Ausländer) (12.06.1994)

b) Volksinitiative «gegen Asylrechtsmissbrauch» (24.11.2002)

c) Volksinitiative «für einen wirksamen Schutz der Mutterschaft» (02.12.1984)

d) Volksinitiative «für die Proporzwahl des Nationalrates» (23.10.1910)

6. Welche der folgenden Behauptungen ist nicht wahr?

a) Am 18.05.1879 hat das Schweizer Volk JA zur Wiedereinführung der Todesstrafe gestimmt. Im Kanton Uri stimmten ihr 93.1% zu, in den Kantonen Obwalden, Nidwalden und Appenzell Innerrhoden über 80%.

b) Die Sozialdemokraten reichten schon 1899 eine Initiative ein, die verlangte, dass der Bundesrat künftig vom Volk gewählt werden soll. Sie wurde von Volk und Ständen abgelehnt. Ein erneuter Versuch 1942 scheiterte abermals.

c) Die Abstimmung über die Initiative „für einen arbeitsfreien Bundesfeiertag (1. August-Initiative)“  am 26.09.1993 wurde mit einem historisch höchsten Ja-Stimmenanteil von 94.3% angenommen.

d) Am 08.02.1931 sagt das Schweizer Volk JA zum Ordensverbot: Mitglieder der eidgenössischen Behörden und Ratsmitglieder dürfen keine Orden fremder Regierungen annehmen. Ziel ist es, die Unabhängigkeit dieser Personen gegen unheilvollen ausländischen Einfluss zu schützen.

Die Lösungen…

…zu diesen Fragen findet ihr am Ende des Beitrags oder im  „Handbuch der eidgenössischen Volksabstimmungen 1848-2007“, herausgegeben von den berner Politikwissenschaftern Wolf Linder, Christian Bolliger und Yvan Rielle. Das fast 800 Seiten dicke Werk stellt eine kompakte Sammlung aller eidgenössischen Abstimmung bis zum Jahr 2007 dar. Jeder Urnengang wird auf ca. 2 Buchseiten mit einem kurzen Steckbrief (Vorlagetyp, Stimmbeteiligung, Anzahl JA/NEIN Stimmen sowie befürwortende und ablehnende Kantone), und den Abschnitten „Vorgeschichte“, „Gegenstand“, „Abstimmungskampf“, „Ergebnis“ und „Quellen“ umfassend portraitiert.


(Quelle: haupt.ch)

Unter dem Titel Hintergrund, auf den hinteren Seiten des Buches, findet auch die nichtwissenschaftliche Nutzerin eine knappe und verständliche Einführung in die historische Entwicklung der Volksrechte sowie der Parteien und Verbänden.

Die digitale Schwester des Handbuches,  Swissvotes,  führt die Portraits der Abstimmungen ab 2008 im Stile des Hanbuches weiter, illustriert mit einer Karte der Schweiz und den darin eingezeichneten JA- und Nein-Kantonen. Ausserdem enthält jede Abstimmung Angabe der jeweiligen Parteiparolen. Die online-Datenbank, welche ebenfalls vom Institut für Politikwissenschaften der Uni Bern entwickelt wurde, stellt ergänzend die wichtigsten standardisierbaren Daten zu den Abstimmungen (detailierte Abstimmungsergebnisse, Partei- und Verbandsparolen sowie die wichtigsten Daten aus dem  Entscheidungsprozess) zur Verfügung. Besonders spannend ist hier die Rubrik „Statistisches“, wo man beispielsweise die Top 10 der Vorlagen mit der höchsten/niedrigsten Stimmbeteiligung und Unterschriftenzahl nachschlagen kann, oder etwa die Vorlagen nach Themenbereichen oder der Rechtsform aufgelistet, betrrachten kann.

Ob für die Suche nach kuriosen Abstimmungsvorlagen und Kampagnen oder für die wissenschaftliche Recherche: Das Handbuch der eidgenössischen Volksabstimmungen ist ein unverzichtbares Nachschlagewerk und sollte im Regal jedes Liebhabers unserer Direkten Demokratie stehen.

Lösungen:

1) Zündhölzchen

2) Volksinitiative «für eine Schweiz ohne neue Kampfflugzeuge»  (http://www.swissvotes.ch/votes/statistic/list ->Top 10 – Die schnellsten Unterschriftensammlungen der abgestimmten Volksinitiativen)

3) Schweizer Demokraten (SD)

4) Schächtverbot

5) a) Volksmehr JA (52.8%), Ständemehr  NEIN (10 KT)/  b) Volksmehr NEIN (49.9%), Ständemehr JA (12.5 KT)/ c) Volksmehr NEIN (15.8%), Ständemehr NEIN (0 KT)/  d) Volksmehr NEIN (47.5%), Ständemehr JA (12 KT)

6) a) richtig / b) richtig und richtig/ c) falsch, sondern/ d) richtig